Frauen und Männer sind gleichberechtigt, so steht es im Grundgesetz. Von einer echten Chancengleichheit sind wir jedoch noch weit entfernt, trotz aller gleichstellungspolitischen Fortschritte.
Wir wissen aber auch, dass politische Maßnahmen allein die noch vorhandenen Probleme und Defizite nicht beseitigen können. Ebenso wichtig ist die individuelle Bereitschaft von Frauen wie Männern, Rollenklischees zu hinterfragen und ihren eigenen Lebensentwurf zu verwirklichen.
Infobörsen für Frauen bieten hierfür eine ideale Plattform. Sie geben Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich vor Ort über Chancen für ihre ganz persönliche Lebensplanung zu informieren, neue Kontakte zu knüpfen und sich an der Diskussion aktueller gleichstellungspolitischer Themen zu beteiligen. Die Idee der Infobörsen hat sich über die Jahre bewährt. Daher setzt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) diese Initiative ab 2007 fort.
Jede Infobörse hat ihren eigenen Charakter
Das Ziel der Infobörsen für Frauen ist, Mädchen und Frauen sowie interessierte Männer in wichtigen Lebensbereichen und unterschiedlichen Lebenssituationen zu informieren und zu stärken. Um das zu erreichen, ist eine engagierte Beteiligung vor Ort erforderlich.
Initiiert und unterstützt durch das Bundesministerium, steht und fällt das Gelingen jeder einzelnen Börse mit der Unterstützung lokaler und regionaler Vereine, Verbände und Institutionen. Die Beteiligung dieser unterschiedlichen Organisationen verleiht der lokalen Infobörse einen eigenen lokalspezifischen Charakter. Die Wahl eines thematischen Schwerpunktes setzt darüber hinaus individuelle Akzente. Mögliche Themenschwerpunkte sind beispielsweise:
Mit einem Infostand, einer Diskussionsrunde, mit Beratungsgesprächen und vielen anderen Aktionsformen können sich die Besucherinnen und Besucher z. B. über Fragen zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die richtige Altersabsicherung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder ehrenamtliches Engagement informieren.
Die Akteurinnen und Akteure
Das Bundesministerium sieht sich als Initiator und Unterstützer der Initiative Infobörsen für Frauen.
Die Veranstalterinnen und Veranstalter in den einzelnen Städten und Gemeinden konzipieren "ihre" Infobörse, legen die Themen fest und sind für die Planung und Organisation der Veranstaltung zuständig. Das können z. B. Frauenorganisationen oder -initiativen sein, Gleichstellungsbeauftragte oder andere gut vernetzte Vereine vor Ort - vom Mädchenprojekt über die Gesundheits- und Familienberatung bis zum Verein muslimischer Frauen.
Das Servicebüro ist ein Unterstützungsangebot des Bundesministeriums für Veranstalterinnen und Veranstalter der Infobörsen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Servicebüros bieten unter anderem individuelle Beratung für die Planung und Organisation, Werbematerialien und Schulungen zum Thema Öffentlichkeitsarbeit.